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Wohin mit deinen Ideen? Wie du sie sortierst und keine mehr vergisst

Es gibt Tage, an denen platzen wir vor Ideen. An anderen Tagen ist da eine ziemliche Leere im Kopf, und nur manchmal flackert hier und da ein Fitzelchen Idee auf. Manchmal allerdings ist in meinem Kopf ein derartiger Ideensturm im Gange, dass ich nicht einmal weiß, wo ich anfangen soll.

Kommt dir bekannt vor? Was machst du mit deinen Ideen?

Ideen sind etwas wunderbares – in ihnen drücken sich unsere Träume und Wünsche aus und erinnern uns daran, wer wir sind. Aber mal ehrlich: wie viele deiner Ideen nimmst du ernst? Für wie viele nimmst du dir mehr Zeit als den kurzen Moment, in dem sie dir in den Sinn kommen?

Ich bin damit aufgewachsen, dass meine Ideen gerne mal als Spinnereien abgetan wurden – und als Multipotentialite habe ich sehr viele Ideen! Irgendwann funktionierte mein Zensur-Hammer im Kopf dann so gut, dass ich selber die meisten meiner Einfälle als „Schwachsinn“ und „unrealistisch“ deklarierte und es von vornherein bleiben ließ, mich länger damit zu beschäftigen.

Bis ich immer öfter auf Menschen stieß, die nicht nur ihre Ideen und Träume  ernst nahmen, sondern auch daran glaubten – und selbst gute Beispiele dafür waren, dass diese sich ernsthaft realisieren lassen! Die daraus Ziele formulieren und es einfach in Angriff nahmen!

Damit blieb trotzdem noch mein altes Problem übrig: ich habe einfach oft furchtbar viele Ideen. Ich bräuchte mehrere Leben, um sie alle in Angriff zu nehmen. Vor allem an den Tagen mit regelrechten Ideenstürmen führen sie dazu, dass ich mich nicht entscheiden kann und gar nichts mehr tue.

Ich habe schon vor einigen Jahren angefangen, spontane Ideen aufzuschreiben – die mir vor allem nachts kommen und mit dem Projekt zu tun haben, an dem ich gerade arbeite.

Die Mehrheit der „Nebenbei-Ideen“ oder „Abseitsprojekte“ fiel aber immer noch unter den Tisch.

Die Lösung kam mit Barbara Shers „Gebrauchsanweisung“ (übrigens kein Affiliate-Link) für Leute wie mich: du brauchst ein Ideenbuch! Ich habe es ausprobiert.  Und es funktioniert blendend. Und zwar deshalb:

  • Deine Idee bekommt Platz – eine eigene schöne große leere Doppelseite ist optimal. Da kann sie ihren Raum haben und wachsen. Und du zeigst ihr, dass du sie ernst nimmst.
  • Beim Schreiben nimmst du dir Zeit für die Idee und sortierst deinen Gedankenfluss. Dadurch wird sie konkreter und präziser. Schreib alles auf, was dir zu der Sache in dem Moment einfällt.
  • Die Idee ist aus deinem Kopf raus und kreiselt dort nicht mehr, wenn du sie aufgeschrieben hast. Und gleichzeitig geht sie dir nicht mehr verloren. Noch eine Idee im Kreisel? Dann schreibst du halt noch eine auf. Der Sturm legt sich von alleine. Da ist gar kein Sturm, sondern nur eine einzige Idee? Schreib sie trotzdem auf.
  • Das Buch ist NUR für deine Ideen, und du MUSST sie nicht realisieren, bloß weil sie da stehen. Aber es tut gut, dass sie dort stehen und du sie realisieren KANNST. Alles ist besser, als sie zu vergessen oder sogar als „Schwachsinn“ abzutun!
  • Mit der Zeit kriegst du ein wunderbares Potpourri deiner Einfälle und kommst so der Preisfrage ziemlich nahe: was willst du vom Leben und wofür willst du deine Energien einsetzen?

Mein Ideenbuch/Projektbuch ist groß und rot. Ich habe es die meiste Zeit in meiner Nähe, und wenn ich eine Idee habe, nehme ich eine neue Doppelseite und schreibe sie auf. Eine nach der anderen. Beim Aufschreiben nehme ich mir Zeit und sortiere den Gedankenfluss. Das Einfallschaos im Kopf wird sortiert. Nichts geht verloren. Durch das Schreiben nehme ich mir Zeit und halte inne. Und es entsteht: mehr Klarheit.

Und wenn du dir mal einen richtig schönen Abend mit einem guten Wein machen magst, kannst du in deinem Ideenbuch blättern. Du wirst dich wundern, was da alles zusammengekommen ist. Das hast DU dir ausgedacht! Und du bist frei, damit zu machen, was auch immer du willst!

Es ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit, dass wir unsere Ideen und Träume ernster nehmen. Gerade, wenn es um unsere wahren Leidenschaften geht, wird den meisten von uns im Laufe ihrer Erziehung unheimlich viel „ausgetrieben“, und wir enden in einem Selbstläufer-Leben, dass uns ferngesteuert vorkommen kann. Wir träumen von einem Sommer auf der Alp – und realisieren gar nicht mehr, dass wir ihn auch einfach planen könnten.

Also hiermit eine Herzensempfehlung an dich: gönn dir ein Ideenbuch! Und tausch dich hier gerne drüber aus!

  1. Liebe Sonja,
    ich bin ja auch so eine mit hunderten von Ideen… Aber weißt du was? Ich habe das Problem, dass ich sogar mehrere (!) Ideenbücher angefangen habe, die überall rumfliegen und ich keinen Spaß mehr daran habe. Ich glaube, das war ein Fehler! Wenn ich jetzt so dein schönes rotes Buch sehe, dann liegt es wohl daran, dass es nur mit EINEM EINZIGEN BESONDEREN Buch funktioniert. Morgen fange ich an 🙂
    Danke für die Inspiration!!
    Liebe Grüße
    Cathrin

    • Liebe Cathrin,
      das Problem mit den mehreren Büchern kenne ich sehr gut von meinem Gatten, der es zu Höchstzeiten sogar auf (gefühlte) 20 Bücher für jede Lebenslage brachte 🙂 ! Ich selber hatte eher mal hier und da was aufgeschrieben und mich letztlich für keines der Bücher richtig entschieden. Das war dann mit meinem großen roten Ideenbuch was anderes: ich habe feierlich den mitgelieferten Aufkleber aufgebracht und dem Buche seinen Titel gegeben – und damit war DAS mein Ideenbuch. Und seitdem gibt es kein anderes mehr daneben. Und das, obwohl DIN A4 als 120-Seiten-Buch ja doch ein Klopper ist ;-)…Ich denke also, du liegst da mit dem EINEN besonderen Buch komplett richtig! Ich wünsche dir ganz viel Freude, Erfolg und tolle Ideen damit! 🙂
      Liebe Grüße
      Sonja

  2. Rosenrot

    Hallo Sonja,

    oh, der Artikel kommt wie gerufen. Ich hatte letztes Jahr schon mal mit einem Ideenbuch angefangen, aber wie so oft nicht damit weitergemacht. Das kram ich gleich mal raus und fange wieder damit an.

    Danke für den Stupser! 🙂

    • Hehe, stupsen tu ich manchmal gerne und freu mich umso mehr, wenn´s dich zum Wiederrauskramen bewegt 🙂 ! Ich wünsch dir alles Gute fürs Ideenaufschreiben – lass mich gerne wissen, wie´s dir damit so geht! 😉

  3. Lisa Menke

    Was für ein genialer Tipp! Ich bin auch so eine „Verzettelte“ und hab tausend Notizen und Dateien, aber überall verstreut. Hatte noch ein schönes Buch (übrigens auch rot 😉 ) hier liegen und hab nun gestern gleich mal angefangen, was reinzuschreiben und reinzumalen (yeah, bunt!!). Das macht ja voll Spaß! Und irgendwie fühlte ich mich nach dem ersten „Schwall“ an Ideen richtig erleichtert, weil sie nun sicher und übersichtlich und vor allem an einem Ort „verstaut“ sind. Das Buch wird nun mein ständiger Begleiter.
    Tolle Inspiration, vielen lieben Dank!!

    • Hey Lisa,
      toll, das freut mich sehr! Jaja, diese Bücher sind nicht zu unterschätzen 😉 – genial, dass deins auch rot ist! 🙂 Super, dass es dir nach dem Runterschreiben des Ideenschwalles so geht wie mir – also ganz viel Spaß mit deinem neuen ständigen Begleiter!
      Liebe Grüße
      Sonja

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