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Orte, an denen alles stimmt

Eine Aussichtsterrasse aus Holz in Bosnien an einem Felshang mit Blick auf einen türkisfarbenen Stausee. Ein Café mit Bioladen und kleiner Galerie an der Ostsee. Eine kleine Bar außerhalb der Stadtmauer in Dubrovnik. Eine Brücke in Berlin. Ein Dach in einem Stahlwerk in Duisburg. Der frühere Balkon von Christina. Ein Apfelhof am Niederrhein. Eine Kate mit Galerie und Garten auf dem Darß. - Meine magischen Orte. Was haben sie gemeinsam?

Ich kenne aus dem Stegreif mehrere Orte, an die ich ein- oder mehrmal gekommen bin und jedesmal dachte: Wow, hier ist es perfekt. Hier will ich am liebsten nie wieder weg.

Kennst du solche Orte?

Es sind bei mir ganz verschiedene Orte dabei. Eine Aussichtsterrasse aus Holz in Bosnien an einem Felshang mit Blick auf einen türkisfarbenen Stausee. Ein Café mit Bioladen und kleiner Galerie an der Ostsee. Eine kleine Bar außerhalb der Stadtmauer in Dubrovnik. Eine Brücke in Berlin. Ein Dach in einem Stahlwerk in Duisburg. Der frühere Balkon von Christina. Ein Apfelhof am Niederrhein. Eine Kate mit Galerie und Garten auf dem Darß. Eine Kellergasse in Niederösterreich. Ein Innenhof mit Café in Zagreb. Eine steinerne Terrasse ein paar Zentimeter überm Wasser der Adria. Eine Mauer mit Blick über die Ebene in der Toscana.

Warum sind die Orte so besonders?

Ich habe versucht, herauszufinden, ob diese Orte Gemeinsamkeiten haben – ob sich ein Muster dahinter verbirgt. Und ob ich daraus vielleicht Vorhersagen treffen könnte, wo ich zum Beispiel leben sollte – das wäre ja ideal, dachte ich mir, dann könnte ich mich in Zukunft ganz gezielt nach „idealen Orten“ umsehen und alles wäre prima.

Aber: ganz so einfach war es nicht.

Also habe ich angefangen, in mich zu lauschen. Zuallererst habe ich mich gefragt:

Wie reagierst du eigentlich genau auf solche besonderen Orte?

Ich stellte fest: mit einer freudigen Erregung. Mit Euphorie, mit dem wiederholten Feststellen, wie schön oder perfekt es hier ist. Mit Dauergrinsen und sehr guter Laune. Mit einer Erleichterung, weil Schweres hierhin nicht mitkommt und für die Zeit am besonderen Ort weit weg ist. Mit dem Gefühl, alles in mich aufsaugen zu müssen, weil es so schön ist und ich es nicht mitnehmen kann, wenn ich wieder los muss. Mit dem Wunsch, zu bleiben. Und wiederzukommen. Am besten für immer. Ich beginne dann, mir vorzustellen, wie es wäre, dort zu leben und was ich dann wohl machen würde.

Ich habe also diese Reaktionen notiert, und selbst das Aufschreiben in diesem Beitrag ist für mich toll, denn ich tauche ganz tief in diese Euphorie ein. Als nächstes habe ich mich gefragt:

Kannst du benennen, was diese Orte für dich zu besonderen macht? Gibt es Parallelen?

Okay, selbstredend habe ich mich an allen Orten wohl gefühlt. Aber vorher nicht zwangsläufig – gute Grundstimmung ist keine Vorbedingung, nur hilfreich. Das Gleiche gilt für gutes Wetter. Ich habe auch nicht alle Orte im Urlaub entdeckt. Die meisten sind architektonisch oder im Hinblick auf Design völlig unspektakulär. An manchen war ich alleine, an manchen in sehr schöner oder auch weniger netter Begleitung. An mehreren gab es gutes Bier oder guten Kaffee oder etwas richtig Schönes zu kaufen, an manchen aber auch gar nichts.

Was ist es dann?

Ob ein Ort für mich ein besonderer wird, ist nicht vorhersagbar – sie tauchen allesamt SCHWUPPS! plötzlich in meinem Leben auf. Keinen einzigen hatte ich geplant zu besuchen.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich darauf kam. Alle Orte, die für mich besonders sind, haben es geschafft, mich meine Sorgen und To-Do-Listen vergessen zu lassen, ins Hier und Jetzt einzutauchen und die Zeit dort in vollen Zügen zu genießen. Ich kann mich dort frei, geborgen, aufgehoben und leicht fühlen und lebe in diesem Moment an diesem Ort. Wir können es als „Schwingung“ bezeichnen oder als „genius loci“, den Geist des Ortes – auf jeden Fall findet sich an meinen besonderen Orten ein für mich optimales Konglomerat aus Umgebung, Gesellschaft, Wind, Stimmung und meiner eigenen Gefühls- und Gedankenlage. Es liefert mir die optimale Kombination aus Anregung und Entspannung – das Gefühl, dass hier und jetzt alles perfekt ist.

Was sind deine besonderen Orte?

Am besten nimmst du dir etwas zu schreiben und ein gutes Glas Wein und machst eine Gedankenreise zu deinen besonderen Orten – ich verspreche dir einen schönen Ausflug! Lass dich nicht stören, sammle alle Erinnerungen und Gefühle und frage dich auch, was den Reiz ausgemacht hat – umso besser lernst du deine Leidenschaften kennen! Und um so schöner kannst du dich, wenn nötig, ganz gezielt an einen solchen Ort begeben und dich dort vom Alltag erholen.

Es macht mir immer riesigen Spaß, die Tage und Erlebnisse vor meinem inneren Auge Revue passieren zu lassen – am besten mit der richtigen Musik. Und wenn du magst: schnapp dir einen Atlas und kartiere die Orte! (Ja, du kannst deinen Diercke´s Weltatlas vollmalen. Es ist deiner!)

Ich wünsche dir ganz viel Freude unterwegs – und warte gespannt auf deine Berichte!

 

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  1. Hallo Sonja,

    als ich Deinen Artikel gelesen habe musste ich spontan schmunzeln, denn es gibt auch für mich einen Ort, der mich magisch anzieht…. Und zwar ist das MERAN in Südtirol. Vor zehn Jahren war ich das allererste Mal dort und dieser schöne, kleine Ort in einem Tal, umgeben von Bergen hat mich verzaubert. Das hält bis Heute an. In den letzten Jahren war ich – einschließlich letzter Woche – noch viermal dort. Und jedes Mal ist es ein Gefühl von angekommen sein, schwierig zu beschreiben, aber es fühlt sich RICHTIG an. Meran war für mich von Anfang an und ist es auch Heute noch, ein sehr spiritueller Ort. Es gibt noch immer so viele Ecken dort die ich nicht gesehen habe, jeder Besuch eröffnet mir wieder etwas tolles neues. Aktuellstes Beispiel: Von Meran aus sind wir nach Hafling hochgefahren, weil dort eine schöne Kirche steht (St. Caterina) und man ein schönes Bergpanorama im Hintergrund hat, super für tolle Fotos. Am ersten Tag war es neblig und regnerisch und ich war doch eher enttäuscht. Zwei Tage später war das Wetter besser (sonnig mit blauem Himmel) und ich wollte (warum auch immer) noch einmal dorthin und wir sind meiner inneren Stimme gefolgt… Kaum sind wir um die Kurve gekommen und der Blick auf die Kirche lag frei, da hat es mir echt den Atem verschlagen, ich saß im Auto und stand kurz davor zu weinen, so tief hat mich dieser Anblick berührt. Selbst jetzt wo ich das schreibe und an den Moment denke habe ich Tränen in den Augen. Aber das ist ein schönes Gefühl. Unbeschreiblich, aber schön. Also ja, es gibt einige Orte die einen auf unerklärliche Weise berühren und mit denen man etwas ganz besonderes verbindet ohne zu wissen warum oder wieso.

    Ich bin mir sicher, mit ein wenig Zeit und einem Gläschen Wein werden noch die ein oder anderen Orte zu Tage treten, aber Meran steht schon sehr weit oben. Die Idee mit dem Diercke Atlas ist super, wenn ich ihn irgendwo noch finde, werd ich’s machen. Bin gespannt was dabei raus kommt 🙂

    • Hey liebe Natascha,
      tausend Dank dafür, dass du von deinem besonderen Ort berichtest! 🙂 Ich glaube, ich verstehe genau, was du meinst und wie du dich dort fühlst. Wenn ich mir genau einen Ort aussuchen würde, der bei mir Ähnliches auslöst, dann wäre es die hölzerne Terrasse in Dreznica, Bosnien, über dem türkisfarbenen Stausee. Ich war dort zum ersten Mal 1999 – eine Ewigkeit her 😉 ! Aber an diesem Ort zu sitzen, das sonnengewärmte Holz unterm Hintern und eine Tasse türkischen Mokka in der Hand, vom Besitzer dieser Terrasse eigenhändig in der Kanne per Trampelpfad dorthin balanciert, war und ist eindeutig ein magisches Erlebnis. So weit gucken zu können, von der Welt nichts weiter mitzubekommen als ein laues aufsteigendes Lüftchen…Wahnsinn! Ja, die Magie der Orte…fast unbeschreiblich und sooooo faszinierend!
      Ich wünsche dir mindestens einen wundervollen Abend mit Wein und Diercke – und freu mich auf deine weiteren Gedankenreiseberichte!!! 🙂

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