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Ab ins Blaue!

Wenn wir im Urlaub alles schon im Vorfeld kennen und abstecken, bringen wir uns um so manche spontane Entdeckung und Begegnung. Allein dafür lohnt es sich, das Reisen manchmal anders anzugehen: ins Blaue nämlich - und weißt du was? Am Ende findest du auf jeden Fall trotzdem ein Ziel mit einem Bett und einer neuen, bereichernden Erfahrung!

Wir sind es eigentlich nicht gewohnt, Dinge dem Zufall zu überlassen – vor allem auf Reisen nicht. Wenn ich losfahre, habe ich die Adresse meines Ziels in der Regel im Navi schon programmiert, im Vorfeld ein Zimmer gebucht und bezahlt und einen Reiseführer gekauft, in dem ich zumindest eine grobe Idee davon gelesen habe, was ich in den kommenden Tagen tun werde. Kommt dir das bekannt vor?

Das Dumme ist: wenn wir alles schon im Vorfeld kennen und abstecken, bringen wir uns um so manche spontane Entdeckung und Begegnung. Allein dafür lohnt es sich, das Reisen manchmal anders anzugehen: ins Blaue nämlich, und weißt du was? Am Ende findest du auf jeden Fall trotzdem ein Ziel mit einem Bett und einer neuen, bereichernden Erfahrung!

In diesem Sommer hatten meine Schwester und ich uns vorgenommen, den Alpe-Adria-Trail zu wandern. Wir waren fest entschlossen, am Startpunkt zu starten, das Zimmer war gebucht…und dann haben wir uns von den Bildern eines türkisfarbenen Flusses, der Soca, zu einem Trip ins Blaue verleiten lassen. Wir sind einfach am Startpunkt vorbei bis nach Kärnten gefahren; wir fuhren quer durch Österreich, und als wir müde wurden, bogen wir in Nötsch an der Gail zweimal rechts ab, sahen ein „Zimmer frei“-Schild und landeten bei der lieben Frau Mikosch und ihrem Hund.

Was haben wir für einen Volltreffer gelandet! Wir traten in den verwunschenen Garten mit wunderbaren alten Obstbäumen und Blumenbeeten, auf der großen Wiese ein solider knallblauer Pool, und das Zimmer mit der 70er-Jahre-Originaleinrichtung hatte einen Balkon und ein Waschbecken zum Bier kaltlegen.

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Fotos in diesem Beitrag: © S. Kapica

Wir waren in einem kleinen Paradies gelandet. Statt über einen Gletscher zu wandern, machten wir einen langen Spaziergang am Fluss durch wunderschöne Blumenwiesen. Es war sonnig und warm, und sogar der Wind schien uns perfekt. Wir lagen unter den Obstbäumen in der Wiese, badeten, genossen die Stille und das Rauschen des Flusses – wir fühlten uns wie in einer kleinen anderen Welt,  in einer fast mediterranen kleinen Idylle, in der die Zeit stehen geblieben war.

Wir sind dann am nächsten Tag losgewandert. Ich hätte allerdings auch einfach unter einem schönen alten Obstbaum liegen bleiben können.

Wann bist du ins Blaue gereist? Ich bin gespannt auf deine Erlebnisse! 🙂

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