„Frei – whattt?“

Frei + Traum + Planung: das digitale Gedankenbuch einer Architektin, die lieber Orte erlebt als baut, die Reiseplanung der Werkplanung immer vorzieht und beim Rotwein auf Servietten lieber Lebensentwürfe skizziert als Eigenheime.

Liebe „neue“ Leser: Herzlich Willkommen und viel Spaß auf dieser Baustelle!

Liebe „alte“ Leser: ebenfalls Herzlich Willkommen – schön, dass ihr wieder da seid!

Ich habe Freitraumplanung Anfang 2015 gelaunched. Damals schien die Sache ganz einfach: Ich hatte gerade die Seite Puttylike entdeckt und mit dem Label „Multipotentialite“ eine Volltreffer-Charakterisierung für mich gefunden, mir auch gleich Emilie Wapnicks Ebook Renaissance Business zugelegt (und es mit Feuereifer durchgearbeitet), und einen Blog zu starten und daraus ein feines, maßgeschneidertes (und alle meine Interessen vereinendes) Freiberuflertum zu klöppeln schien fürchterlich greifbar. So machte ich mich voller Elan ran an den Speck. Und binnen kurzer Zeit hatte ich erste Anfragen, arbeitete schon an Goodies für Abonnenten und verbrachte eine Menge euphorischer und auch gerührter Stunden angesichts so mancher Leserfeedbacks.

Aber manchmal, wenn du an einem System rüttelst, kommen ja ganz andere Sachen in Bewegung. Das Leben packte seine Wundertüte aus, und BÄÄÄM! standen da die ganzen ungeplanten Kollegen vor mir: eine Trennung, ein Jobwechsel, ein Umzug, eine neue Stadt – man könnte auch sagen, das meiste war dann innerhalb eines Vierteljahres plötzlich nicht mehr so, wie es mal war.

Unterwegs habe ich mich oft gefragt, was zur Hölle jetzt aus dem Blog wird – und wohin ich damit will. Ich habe Downsizing betrieben und versucht, immerhin ein bisschen zwischendurch zu schreiben – seeehr lückenhaft. Der Kopf war bis auf wenige Ausnahmen leer und/oder von Glückshormonen geflutet, der neue Job (er-)füllend und an Side Hustles nicht zu denken.

Aber das Schreiben hat mir gefehlt, und es tat (und tut) mir Leid um meine kleine Community, die sich immerhin in der kurzen Zeit gebildet hatte. Verdorri, dachte ich, das muss sich doch irgendwie machen lassen.

Der Tiefpunkt war dann erreicht, als eine Kollegin mir freimütig mitteilte, sie habe unserem Präsidenten (eines Landesamtes im öffentlichen Dienst) mal meinen Blog gezeigt, weil wir im Amt auch bloggen wollten – ich mag den Präsidenten ja, aber zu wissen, dass er möglicherweise meine teils kruden Gedanken und privaten Geschichten mitliest, war ein Hemmnis für mich.

Und nun? Mache ich es wieder. Weil ich schreiben möchte, weil ich meine Gedanken teilen mag, weil ich diesen kleinen Teil Internet mit Leben füllen und weiter von meiner Reise erzählen möchte.

Klingt bekloppt? Sehr gut 🙂