„And we laughed and we cried
And we recited sacred text
And we rose and we fell
And then we said, ok – what’s next?“

– Gogol Bordello, My Gypsy Auto Pilot

Ich hab die Worte nicht…

In letzter Zeit begegnet mir eine meiner ungeliebteren Eigenschaften besonders häufig: Mir fehlen die Worte.

Mir haben tendenziell schon immer die Worte gefehlt. Was ich dagegen in Massen besitze, sind Bilder. Ich bin ein Bilderdenker. Das Problem ist nicht, diese Bilder aus meinem Kopf herauszubekommen, wenn ich schreibe. Schreiben ist toll. Beim Schreiben habe ich die Zeit, die ganzen Bilder wunderschön zu ordnen und in ihrer nettesten Reihenfolge aufs Papier zu bannen. Beim Schreiben schadet es auch überhaupt nicht, wenn ich mal etwas ausführlicher, etwas bunter oder etwas dreckiger zugange bin: meistens macht es den Text ja lebhafter, wortwörtlich „bildhafter“ und farbenfroher. Beim Schreiben ist das Bilderdenken überhaupt kein Problem.

Beschissen wird es beim Reden. Beim ganz normalen, alltäglichen Sprechen. Dabei rede ich furchtbar gerne und zeitweise auch richtig viel. Das Problem ist nur: vor lauter Bildern im Kopf gibt es Knoten in den Worten. Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Begriffe ist zu groß, das Tempo der Gedankenbilder zu hoch und der demzufolge hektische Griff ins Wörterregal oft unpräzise. Folge für die Worte: Es kommt keins. Es kommen zwei gleichzeitig. Ich mache aus zwei möglichen Worten eine spontane Neuschöpfung unter Verwendung von Silben aus beiden. Ich komme nicht auf eins und wähle aus ähnlich klingenden ein so ähnliches, aber komplett deplatziertes Wort.  Für Leute, die mir gegenüber sitzen, entweder ein Quell spontaner Freude („Und, wart ihr schön am Schwanz spazieren?“) oder handfester Grund am Zweifel meiner intellektuellen Grundfertigkeiten (oder zumindest nehme ich an, dazu allerbesten Grund gegeben zu haben). Weiterlesen

Ja, wirklich schade…

Heute stelle ich dir einen meiner Bekannten vor. Am Rande. Als schlechtes Beispel, quasi. Denn ich denke, jeder von uns hat den ein oder anderen Bekannten (gehabt), der es irgendwie schon immer geschafft hat, kolossal daneben zu liegen, und wir fragen uns, ob wir nicht fürchterlich unfreundlich sind, wenn wir denjenigen mal auf seine leichte Wahrnehmungs-Schieflage hinweisen.

So weit, so gut. Vor ein paar Tagen habe ich die Standort- Abfrage bei Facebook kennen gelernt: meine Freunde können mich damit auffordern, meinen Wohnort preiszugeben.

Besagter Bekannter tat dies, verbunden mit der Frage, „wo wir uns rumtreiben“. Ich konnte wählen zwischen den Facebook-Vorschlägen Oberhausen, Hannover und der Kieler Bucht.

Da ich mich darin nur unzureichend wiederfand, entschied ich mich für eine kurze persönliche Nachricht: dass ich mit den Katzen südlich von Hannover lebe, einen nicht mehr ganz neuen Job in einer Landesbehörde habe, dass mein Mann und ich seit geraumer Zeit getrennter Wege gehen und die Bodendenkmalpflege in Hamburg einen sehr netten Herrn beschäftigt. So für den Anfang.

Die Antwort war: „Na das sind ja Neuigkeiten. Schade! […]“ Weiterlesen

Übers Zugeben

Die größte Herausforderung des letzten Jahres?

Eingestehen. Zugeben, was ist – und vor allem, was nicht.

Frag mich, wofür ich in den letzten Jahren die meiste Energie aufwenden musste, und ich sage dir: für das Festhalten an Vorstellungen dessen, was ich kann, was ich schaffe, was ich habe und was ich bin. Wer ich bin.

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#Heimat

Diesen Beitrag habe ich mal verfasst und dann vergessen. Gerade hab ich ihn wiederentdeckt, fand ihn gar nicht so übel, habe ihn fertiggeschrieben und BAAAM! hier isser. Introducing: Hometown, Oberhausen, Rheinland.

Aus aktuellem Anlass lese ich gerade Gut, dass es Dir schlecht geht: Warum die schlimmsten Tage im Leben manchmal die besten sind – ein unverblümtes und warmherziges Buch über das gepflegte, aufrichtige Scheitern und die Kunst, an einer Krise zu wachsen.

Besonders blieb mir der Gedanke im Kopf, dass wir – auf der Suche nach unseren Kraftquellen – eines nicht vergessen dürfen:  auch unsere „Wurzeln“ sind ein wichtiger Teil von uns, der zu unserer Identität gehört und uns Kraft gibt – und zwar ganz unabhängig davon, ob wir eine schöne oder weniger schöne Kindheit hatten, ob wir unsere Heimat hübsch oder hässlich finden oder ob wir jeden Tag dort sind oder nie.

Ich habe auf einmal große Lust gehabt, etwas über meine Heimat zu schreiben – denn auch wenn ich sie weder leugne noch widerwillig preisgebe, gibt es Bereiche mit mehr Glamour in meinem Leben. Also, pünktlich zur #ARDThemenwoche #Heimat: ein Plausch aus dem Zuhause-Nähkästchen. 🙂

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Du kannst es nicht ändern? Wie dir dein kleines Teufelchen dennoch helfen kann

Als ich das letzte Mal der Arbeit wegen in einer Ferienwohnung untergebracht war, hing dort ein großartiger, fürchterlich kitschiger Teller in der Küche an der Wand mit dem wunderbaren Spruch:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Reinhold Niebuhr)

Sonja, das ist für dich, dachte ich mir, und als ich zwei Tage später mit einem (auf der Arbeit geholten) Bänderriss auf den gleichen Teller starrte, dachte ich immer noch: so, gleich mal in die Praxis übertragen! (Im Prinzip ist es mir übrigens egal, ob Gott, das Universum, das Leben an sich oder wer im Kosmos auch immer mir und dir Gelassenheit gibt. Vielleicht müssen wir uns auch einfach selber drum kümmern.)Weiterlesen

Hast du schon deine Bucket List geschrieben?

Langsam fühlt es sich draußen wie Sommer an (wenn auch zögerlich, das gebe ich zu, aber ich bin da ganz optimistisch!) – Zeit für die langen, herrlich lauschigen Abende draußen im Grünen mit ein paar Kuschelkissen, Kerzen und einem Glas Wein! Mit Grillengezirpe, Stimmen und Musik aus der Umgebung, und du wünscht dir, ewig so zu sitzen und den Tag ausklingen zu lassen.

Weißt du was? So ein Abend ist der perfekte Zeitpunkt, um deine Bucket List zu schreiben.Weiterlesen